Der Pöstlingberg als Skisprung-Mekka Oberösterreichs

Ende Dezember steigt in Oberstdorf der Auftakt zur bereits 64. Vierschanzentournee. Was heute keiner mehr weiß: Bis in die 50er-Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es auch am Pöstlingberg eine Skisprungschanze. Zeitweise lag dort der Schanzenrekord sogar nur 9,5 Meter unter der damaligen Weltbestweite.

In Wintern wie in den letzten Jahren unvorstellbar, aber vor gar nicht allzu langer Zeit lernten ganze Generationen das Skifahren am Pöstlingberg. Mit 539 Metern Seehöhe und weniger als 200 Metern Gefälle ist die Mayrwiesen heute maximal zum Rodeln gut, früher aber zählte sie zum Ski-Eldorado für tausende Linzer. Bei guter Schneelage – und das war damals ziemlich oft der Fall – wurde sogar noch auf der Knabenseminarstraße auf Schi hinuntergebrettert. Es gab auch immer wieder offizielle Schirennen. Besonders beliebt waren dabei “Er&Sie”-Wettbewerbe, wo die jeweiligen Pärchen erst vor Ort zusammengelost wurden. Vor einigen Jahren regten die OÖ Nachrichten sogar die Idee an, am Pöstlingberg einen Weltcup-Parallelslalom abzuhalten, die Zeit war dafür aber noch nicht reif. Statt am Pöstlingberg fighten Hirscher & Co. jetzt im Münchner Olympiapark um Weltcuppunkte.

Pöstlingberg fast 50 Jahre lang als Skispringer-Mekka
Im Jahre 1905 errichtete der damalige Linzer Schi- und Rodelklub am unteren Ende der Mayrwiesen neben einer Rodelbahn auch eine Sprungschanze. Der bekannte Linzer Bergsteiger und Schirennfahrer Robert Moser sprang kurz nach der Eröffnung den Schanzenrekord von 26 Metern – eine für damalige Verhältnisse gigantische Weite, lag doch der Weltrekord mit 35,5 Metern nur unwesentlich weiter.
In den Folgejahren erneuerte der Linzer Turnverein die Schanze, 1930 fanden hier sogar die oberösterreichischen Meisterschaften statt. Mehrere tausend Zuschauer waren keine Seltenheit. Bis Mitte der 1950er-Jahre bestand die hölzerne Sprunganlage, ehe sie verfiel.

 

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