Das Jahrmarktgelände verkommt zur Gstett’n

Unzählige Touristen und Besucher kommen täglich am westlichen Jahrmarktgelände vorbei. Was sich ihnen dort bietet, ist alles andere als ein positiver Eindruck: verödete, ausgetrocknete Flächen, unansehnliche Betonklötze und Tristesse pur. So oder ähnlich dürfte es auch in der kasachischen Steppe aussehen…

Auf 12.600 Quadratmetern entsteht im westlichen Teil des Jahrmarktgeländes ein neuer großer Park“ kündigte 2007 eine von SP-, FP- und grüner Gemeinderatsfraktion initiierte Presseaussendung verheißungsvoll an. Ziel war damals „so viel Fläche wie möglich zu begrünen“. Übriggeblieben ist von diesen ursprünglichen Plänen leider nichts: Öde Flächen mit ein paar verdörrten Grasbüscheln bestimmen die Szenerie.
Bis zu 1.500 PKWs und Busse nutzen den angrenzenden Parkplatz des Jahrmarktgeländes täglich, viele Gäste bekommen den trostlosen „Park“ auf dem Weg in die City als erste traurige Impression unserer Stadt zu Gesicht.

Manhal-500

Will die Jahrmarkt-Wüste behübschen: Elisabeth Manhal (VP)

Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) sieht nur wenig Möglichkeiten einer Verbesserung: „Eine andere Gestaltung des westlichen Jahrmarktgeländes wird nicht realisierbar sein, weil sie zweimal pro Jahr für den Urfahranermarkt benötigt wird.“ Alle anderen Parteien stehen einer Verbesserung der Situation offen gegenüber: „Wir würden eher für einen Park stehen, der ein ganzes Jahr für die Erholung der LinzerInnen zur Verfügung steht“, heißt es bei den Linzer Grünen. Auch die Linzer VP hat das Thema auf dem Radar: „Bis spätestens 2020“ will man dort eine Neugestaltung des Jahrmarktgeländes realisieren, falls es dafür eine Mehrheit im Gemeinderat gibt.
FP-Stadtrat Detlef Wimmer wäre ebenfalls für eine Attraktivierung zu haben: „Der optische Zustand der Fläche passt zur tristen Finanzsituation der Stadt. Offenbar fehlt das Geld für so einfache Dinge. Eine Idee wäre mobile Gastronomie und/oder ein mobiler Kinderspielplatz.“

VP-Klubobfrau Elisabeth Manhal kämpft seit Jahren für die Attraktivierung des Jahrmarktgeländes. Im l)inzider-Talk nimmt sie zur aktuellen Situation Stellung:

Elisabeth Manhal – ein paar Grasbüschel, unansehnliche Betonblöcke, Tristesse pur: Der westliche Teil des Jahrmarktgeländes ist nicht gerade ein Hingucker.
Die momentane Situation ist absolut unbefriedigend. Einer der schönsten Plätze der Stadt ist eine öde Wüste. Man hat das Gefühl, dass die Donau eher ein Hindernis ist, anstatt auf das Alleinstellungsmerkmal ‚Linz an der Donau‘ zu setzen. Budapest, Wien oder Hamburg nutzen ihre Lage am Wasser ganz anders als wir – als Ort der Entschleunigung, als Kraftplatz voll städtischem Flair.

Die Neugestaltung des Jahrmarktgeländes: ein Endlos-Thema ohne Happy End?
Es gab 2007 einen perfekten Entwurf des Architekten Boris Podrecca. Es wäre nur mehr die Fläche östlich des Infocenters als Parkplatz vorgesehen gewesen, westlich davon war eine mit dem Urfahranermarkt kompatible Freizeitfläche geplant. Die SPÖ saß sogar in der Jury. Umgesetzt wurde das Konzept dennoch nie. Man setzte vielmehr auf die jetzige halbherzige Lösung, die einer Stadt wie Linz unwürdig ist. Die Optik ist sowohl vom Jahrmarktgelände als auch von der Nibelungenbrücke herunter einfach furchtbar.

Beim Thema Jahrmarktgelände spricht die Stadt nur über das Thema Parkgebühreneinhebung. Für das Thema Attraktivierung scheint kein Platz zu sein.
Die beiden Themen sind für uns miteinander verbunden: Wir würden einer Vergebührung nur zustimmen, wenn das Jahrmarktgelände mittelfristig neu gestaltet wird.

Ist Ihr Konzept von 2007 heute überhaupt noch aktuell?
Man kann damit auf jeden Fall weiterarbeiten. Es muss sich aber unbedingt irgendetwas tun, das hat für uns oberste Priorität.

Was wäre die ideale Lösung – angesichts der leeren Stadtkassen?
Uns ist schon klar, dass kurzfristig keine großen Sprünge möglich sind. Wir setzen uns dafür ein, mittelfristig – also bis 2020 – eine gemeinsame Lösung zu finden. Das muss möglich und machbar sein.

Wie ist in dieser Frage der Konsens mit den anderen Parteien?
Damals waren wir ganz alleine gegen die Mutlosigkeit von SPÖ, FPÖ und Grüne. Ich glaube aber, dass speziell bei den Freiheitlichen und den Grünen Gesprächsbereitschaft da ist.

Es gab auch mal die Idee, den Jahrmarkt ganz abzusiedeln und weiter stromabwärts zu positionieren.
Das Thema ist momentan nicht aktuell und wird von uns nicht weiter verfolgt. Darum kämpfen wir auch so darum, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen.

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